Zum Inhalt springen

Laufende Kosten einer Software: womit Sie nach dem Go-live rechnen sollten

Porträt von Christopher Schröder

Christopher Schröder

Geschäftsführer

Wenn eine neue Software online geht, fühlt sich das an wie der Zieleinlauf nach einem langen Lauf. In Wirklichkeit beginnt jetzt der Alltag: Die Anwendung muss betrieben, gepflegt und immer wieder an neue Regeln oder Wünsche angepasst werden. Wer das vergisst, merkt schnell, dass Qualität, Sicherheit und Zufriedenheit der Nutzer leiden. Deshalb braucht jedes IT-Projekt ein festes monatliches Budget – so wie ein Auto Benzin, Inspektionen und eine Versicherung braucht, um zuverlässig zu bleiben.

Was bedeutet „laufende Kosten“?

Laufende Kosten beginnen am ersten Betriebstag und enden erst, wenn die Software abgeschaltet wird. Sie decken Strom und Miete für die Server, Sicherheits-Updates, Hilfe für die Nutzer, aber auch gesetzliche Neuerungen ab. Ohne diese Mittel verliert das System Schritt für Schritt an Wert.

Einmalige Kosten sind dagegen alles, was bis zum Start anfällt: Planung, Programmierung, Tests, Design. Ist das Projekt online, sind diese Ausgaben erledigt.

Zeitstrahl von Projektstart über Go-live in den Betrieb: einmalige Kosten enden am Go-live, laufende Kosten beginnen dort.
Einmalige Kosten enden am Go-live. Die laufenden Kosten beginnen genau dort.

Die größten Kostenblöcke

Server und Infrastruktur

Die IT-Infrastruktur für ein Web- oder App-Projekt benötigt häufig mehrere Server-Instanzen. Je nach Projekt ist eine Mischung aus Linux- und Windows-Servern notwendig. Größere Projekte benötigen mehr Server, da eine Test- und eine Produktivumgebung notwendig ist. Wir hosten auf ISO-27001-zertifizierten Servern in Deutschland. Je nach Speicherkapazität und benötigter Rechenleistung fallen die monatlichen Serverkosten unterschiedlich hoch aus.

Dazu kommen Posten, die man von außen leicht übersieht: Zu den gespeicherten Daten werden mindestens täglich verschlüsselte Backups erstellt. Werden diese Backups 60 Tage aufbewahrt, belegt allein die Sicherung ein Vielfaches des eigentlichen Datenbestands. Damit die Kommunikation zwischen den Servern verschlüsselt ist, kommt ein abgesicherter Serververbund mit eigenen Lizenzkosten dazu. Üblicherweise hosten wir zu unseren Web-Projekten auch die zugehörige Domain mit SSL-Zertifikaten (HTTPS-Verschlüsselung), und für den sicheren Transfer projektbezogener Dateien an die richtigen Personen zahlen wir monatlich für eine deutsche Datentransfer-Lösung.

Software und Lizenzen

Für unsere Entwicklung benötigen wir Tools, die unsere Arbeit ermöglichen, die Arbeitsqualität steigern oder die Arbeitsgeschwindigkeit deutlich erhöhen. Dazu zählen die Programmierumgebung, das Hosting unserer Quellcode-Plattform (Git) für das effiziente und parallele Arbeiten am Quellcode inklusive Backups des Quellcodes, Apple- und Google-Developer-Lizenzen, um Apps zu veröffentlichen, sowie Lizenzen für Dienste, die zum Beispiel Push-Nachrichten, SMS, Zahlungsdienstleister wie PayPal oder Kreditkarte, Landkarten-Dienste, Übersetzungen oder KI-Schnittstellen umfassen.

Pflege der Software

Rück- oder Fehlbuchungen, fehlerhafte Nutzereingaben und kleine Wort- oder Textanpassungen zählen zu den regelmäßigen Kleinigkeiten, die an 80 % unserer Software vorgenommen werden müssen.

Dazu kommen regelmäßige Arbeiten im Hintergrund: Updates von Android- und iOS-Apps auf die Kompatibilität zur neuesten Version – zusätzlich fragen die App-Stores nach vielen Informationen zur Software, fordern Zwangsupdates und Softwareanpassungen bei „veraltetem“ Code. Updates von Plugins und Bibliotheken auf den neuesten Stand. Und Backup-Prüfungen: Ungeprüfte Backups können infiltriert oder fehlerhaft sein. Deshalb prüfen wir unsere Backups regelmäßig – die Prüfung umfasst die Installation eines Stichproben-Backups auf einer Test-Umgebung und einen kurzen Test der Software mit den Backup-Daten.

Auch die Sicherheit steht nie still: Sicherheits- und Verschlüsselungszertifikate werden nur für einen begrenzten Zeitraum ausgestellt und müssen nach Ablauf in der gesamten IT-Infrastruktur erneuert werden. Zusätzlich prüfen und erhöhen wir unsere Sicherheitsstandards regelmäßig.

Support und Betreuung

Nutzer stellen Fragen, melden Fehler oder brauchen neue Zugänge. Dokumentationen, Video-Anleitungen und interne Wissensdatenbanken müssen gepflegt werden. Geht ein Mitarbeiter, muss der Nachfolger eingearbeitet werden. Diese „menschlichen“ Kosten sind oft unterschätzt, sichern aber die Zufriedenheit der Nutzer.

Unsere Kundenbetreuung, -beratung und Softwareentwicklung basiert dabei stets auf unserem Expertenwissen aus ähnlichen Projekten, die wir bereits erfolgreich abgeschlossen haben. Wir stehen beratend mit Verbesserungsvorschlägen und Ideen zur Verfügung und reagieren schnell auf Schwierigkeiten oder Rückfragen.

Vier Kostenblöcke des laufenden Betriebs: Server und Infrastruktur, Software und Lizenzen, Pflege der Software, Support und Betreuung.
Die Kostenblöcke des laufenden Betriebs: einzeln klein, zusammen ein festes monatliches Budget.

Wie viel kostet der laufende Betrieb einer Software?

Eine verbreitete Faustregel in der Softwarebranche: Rechnet man alle genannten Blöcke zusammen, liegt man oft bei rund einem Prozent des ursprünglichen Entwicklungsbudgets pro Monat. Ein Beispiel macht das greifbar: Kostet eine Software in der Entwicklung 50.000 Euro, wären das etwa 500 Euro monatliches Pflegebudget, also rund 6.000 Euro im Jahr. Mit dieser Summe bezahlt man Servermiete, Sicherheits-Updates, Zertifikate, App-Store-Gebühren, Support und etwas Reserve für unerwartete Gesetzesänderungen. Fällt ein Bereich günstiger aus, schluckt ein anderer meist mehr: Wächst die Nutzerzahl, steigen Server und Support; sinkt der Regulierungsdruck, braucht vielleicht die Sicherheit mehr Aufmerksamkeit.

Wichtig ist dabei: Eine Prozentformel ist eine Orientierung, kein Preis. Unsere Wartungsverträge richten sich nicht nach den Entwicklungskosten, sondern nach dem tatsächlichen Leistungspaket – vor allem danach, wie stark wir Sie und Ihr Team im Alltag entlasten sollen.

Warum wir das über Wartungsverträge lösen

„Ich mag keine laufenden monatlichen Kosten.“ Diesen Satz hören wir immer wieder in Erstgesprächen, und er ist verständlich. Die ehrliche Antwort: Die Kosten entstehen so oder so. Server laufen, Zertifikate laufen ab, Betriebssysteme und App-Stores ändern ihre Anforderungen, Nutzer haben Fragen. Die einzige Wahl, die Sie haben, ist zwischen planbaren Kosten und überraschenden Kosten.

Genau dafür gibt es den Wartungsvertrag. Er macht aus einem unkalkulierbaren Risiko einen festen Posten:

  • Ein fester monatlicher Betrag statt Einzelrechnungen für jede Kleinigkeit – Sie budgetieren einmal und haben Ruhe.
  • Feste Reaktionszeiten nach Störungsklassen, damit im Ernstfall niemand diskutieren muss, wann geholfen wird.
  • Tägliche verschlüsselte Backups mit Restore-Tests, getrennte Staging- und Produktivumgebungen, Monitoring und laufende Sicherheits- und Framework-Updates sind fester Leistungsumfang.
  • Die Software bleibt aktuell, statt in drei Jahren ein teures „Sanierungsprojekt“ zu werden. Der teuerste Betrieb ist der, der jahrelang nicht stattfindet.

Ohne Wartungsvertrag zahlen Sie stattdessen pro Vorfall, und zwar dann, wenn es brennt und schnell gehen muss. Das ist fast immer die teurere und stressigere Variante.

Fazit: Dauerhafte Investition statt Einmalzahlung

Regelmäßige Investitionen in die Wartung und Weiterentwicklung einer Software sind essenziell, um Stabilität, Sicherheit und Aktualität zu gewährleisten. Die kontinuierlichen Kosten schützen Ihre Lösung vor Ausfällen, Sicherheitslücken und potenzieller Unzufriedenheit der Nutzer. Wer den laufenden Betrieb von Anfang an einkalkuliert, stellt sicher, dass die Software langfristig zuverlässig und zukunftsfähig bleibt.

Wie eine Software betrieben wird, zeigt unser Beitrag zu den Softwareumgebungen; ob sich Fördermittel für Ihr Vorhaben wirklich lohnen, beleuchtet unser Artikel zu Förderprogrammen. Was bei einer individuellen Software vor dem Go-live passiert, steht auf unserer Leistungsseite. Und wenn Sie wissen möchten, mit welchem monatlichen Rahmen Sie für Ihre konkrete Software rechnen sollten: In einem kostenlosen Erstgespräch bekommen Sie eine erste Einschätzung.